Beim Kaffee · Gedanken Ausdruck geben
Für diesen Moment
Atme, als würdest du die Zeit atmen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
unser Werden folgt keinem geraden Weg. Manchmal kommt es in Wellen und lässt Stürme entstehen. Manchmal bringt es Nebel und Wind. All das versucht, uns den Weg zu zeigen.
Manchmal sehen wir mit geschlossenen Augen besser.
Ich lade dich ein, mich für eine Weile durch meinen Sturm zu begleiten.

Im Versuch, verschiedene Rollen zu spielen
Im Versuch, verschiedene Rollen zu spielen,
vergaß ich, langsamer zu werden
und tief zu atmen.
Starre legte sich in mich.
Indem ich den Wunsch dazuzugehören verbarg,
trug ich mich immer weiter fort
von der wahren Zugehörigkeit,
nach der mein Herz sich sehnte.
Über Nacht war ich
von Gittern umgeben.

Der Beginn der Rückkehr
Entscheidung um Entscheidung
schmolz der Mut
unter dem schwersten Samen:
jenem, der die Rückkehr
zu mir selbst in Gang setzen sollte.
Tod und Geburt,
zusammen erlebt,
schienen einander aufzuheben.
In der Leere zurückgeblieben,
suchte ich mich.
Ich musste langsamer werden.
Das einzige Licht
war der Atem.
Er kam von irgendwoher.
Er ging irgendwohin.
Und ich war dazwischen.

Der Flug
Die Kraft all derer, die vor mir waren,
erreichte mich.
Atmend
begann ich zu bemerken,
was ich nie gesehen hatte.
Das Angenehme und das Unangenehme,
alles auf einmal.
Die Sehnsüchte versammelten sich
und verbündeten sich um mich herum
und drängten mich ins Werden,
in die Zugehörigkeit.


Die Wandlung (1, 2)
Ich stieg auf.
Ich fiel ins Leere.
Und ich stieg wieder auf.
Jede Bewegung
kam mit einer Einweihung.
Ich verlor meinen Halt.
Die Strukturen, die mich gelehrt hatten, was zu sagen sei,
begannen sich aufzulösen.
Ich brauchte einen Kompass.
Und er kam.
In Gestalt der Erinnerung
an meine Verbindung mit der Erde,
mit der Natur
und mit dem, was meine Hände erschaffen.
Flügel wuchsen
dort, wo einst eine schmerzende Leere war.
Träume wuchsen
dort, wo alles dürr schien.
Die grenzenlose Kraft des Leids
verwandelte sich
in eine innere Freude,
unversiegbar,
am Leben
und am Lieben.

Die Zugehörigkeit
Ich trage nun beides zugleich,
das Leid und die Freude,
eingebettet in ein schönes Leben.
Das Werk meiner Hände
und die lichten Gedanken,
im Flug getragen.
Alles atmet
in der gegenwärtigen Form
dieses ewigen Jetzt.
Herzlich,
Lavinia Kroner
MOSS and Magic
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